GESCHICHTE 12.1Deutschland um 1970 / etwa 30 Minuten

Quellenwerkstatt

Wohlstand im Alltag

Leitfrage: Was verrät die zunehmende Kühlschrankausstattung über Wohlstand in Bundesrepublik und DDR um 1970?

Eine Vermutung prüfen

Belegnotizen und eigene Antwort auf Papier

Ziel und Durchführung

Die Lernenden unterscheiden Datenbefund, plausible Alltagsdeutung und unbelegte Verallgemeinerung. Sie verbinden Ausstattungsdaten mit einer begrenzten Versorgungsquelle und präzisieren ihre eigene Antwort. Der Baustein trägt einen Teil des Wirtschafts- und Sozialvergleichs der Doppelstunde.

MinutenLernhandlung und Steuerung
0–4B1 gemeinsam: ein Bilddetail, Werbeversprechen und Werberolle erschließen. Danach eigener Anfangssatz. Einordnung geschlossen lassen.
4–11M1: beide Reihen lesen, Belegnotizen. Drei Aussagen zuordnen, zu A Zahlenbeleg und zu C Einwand notieren. Hilfen bei Bedarf; Fokus auf die Begründung.
11–17M2: „Trotz“ erschließen, Quellenperspektive prüfen. Den behaupteten Widerspruch zuerst selbst beurteilen, dann Rückmeldung nutzen.
17–20Eigene Antwort mit vorbereiteten Belegnotizen. 50–70 Wörter sind Orientierung. Mehrere Texte sichten, einen Befund und eine Überdehnung auswählen.
20–26Zwei Aussagen anonymisiert prüfen. Bestand/Angebot klären, B1 erneut prüfen, asymmetrische Quellenbasis benennen. Besprechungsfolien 4–8 gezielt nutzen.
26–29Denselben Text sichtbar überarbeiten. Stichprobenartig eine Präzisierung mit Beleg erklären lassen. Ergebnisübersicht jetzt bereitstellen.
29–30Reserve und Übergang. Zusatzbild nur bei zusätzlicher Zeit; kein Pflichtauftrag.

Bei Papierarbeit zunächst nur B1 projizieren und den Papierbegleiter ausgeben. Die vollständige Papieralternative enthält bereits die B1-Einordnung und wird zusammen mit dem Begleiter verwendet. Die Einordnung erst nach dem eigenen Versuch vergleichen.

Falls das Lesen länger dauert: Zuordnungen gemeinsam klären, Transfers auslassen. Eigene Antwort und Revision schützen. Die Zeitannahme ist noch nicht mit dem Kurs erprobt.

Besprechung und Sicherung

Die Projektion enthält offene Belegfragen und spätere Klärungsfolien. Lösungen erst nach den eigenen Versuchen zeigen. Die zentrale Ergebnisübersicht zur Quellenwerkstatt anschließend im vorhandenen LV-Thema an einem eindeutigen Ergebniseintrag verlinken oder anhängen. Diese Bereitstellung ist durch das Erzeugen der Dateien noch nicht erfolgt.

Erwartungen zu den Interaktionen

M1: A = unmittelbar belegter Befund, B = plausible Alltagsdeutung, C = nicht belegt. Entscheidend sind Zahlenbeleg und Einwand gegen den Gesamtwohlstandsvergleich. M2: vorhandene Ausstattung und aktuelles Angebot sind verschieden; die Quellen widersprechen sich insoweit nicht. M2 untersucht keine spezielle Kühlschrankversorgung. Die Aufgaben sind Lernangebote, keine geschützten Prüfungen.

Eigener Text als Lernnachweis

Prüfen: Zahlen mit Zeiten und Haushaltsanteilen; Deutung als Möglichkeit erkennbar; M1/M2 sachgerecht verbunden; eine begründete Präzisierung sichtbar. Richtige Auswahlen allein belegen diese Leistungen nicht.

Fachliche Grenzen

Die westliche Reihe zeigt erfasste Haushalte 1962 und Januar 1969, die DDR-Reihe 1965 und 1970. Zeiträume und Erfassungen sind nicht harmonisiert. Kein exakter Gesamtwohlstandsabstand, keine Wachstumsrangliste. M2 nennt Industriewarenlücken aus institutioneller MfS-Perspektive; der kurze Ausschnitt ist keine Haushaltsbefragung. Eigene Kontextnotiz nennt auch Angebotsverbesserungen.

Westliches Werbeversprechen der 1950er-Jahre und DDR-Bericht von 1970 haben verschiedene Funktionen und Datierungen. Eine entsprechende westliche Versorgungsquelle fehlt. Das ist in der Klärung ausdrücklich zu benennen. Einkommen, Wohnen, Beschäftigung, soziale Absicherung und wirtschaftliche Ursachen benötigen weitere Materialien im übrigen Stundenverlauf.

B1: Verkaufsabsicht und weiblich besetztes Werberollenbild deuten, nicht auf typische Arbeitsteilung schließen. Die historische Einordnung bleibt mit dem Bild verbunden. B2 ist eine optionale Pressepräsentation von 1964, kein Versorgungsbeleg für 1970.

Nutzung

Alle benötigten Bilder, Stile und Funktionen sind eingebettet. Keine Anmeldung, keine Übertragung oder dauerhafte Speicherung der Auswahl. Externe Nachweise öffnen erst nach einem Klick. Die schulische Nutzung des Hostings und die Unterrichtserprobung bleiben gesondert zu beurteilen. Version 1.5.0 ist auf der veröffentlichten 1.4.1 aufgebaut, keine Zusammenführung lokaler Gerätevarianten.

Quellen und Bearbeitung

Vollständige Nachweise und Bearbeitung öffnen
M1 · Bundesrepublik

Manfred Euler: Die Ausstattung privater Haushalte mit ausgewählten langlebigen Gebrauchsgütern im Januar 1973.

Wirtschaft und Statistik 7/1974, S. 476–481, hier S. 480, Tabelle 4, Spalten 1962 und 1969.

Originaltabelle öffnen (PDF)
M1 · DDR

Staatliche Zentralverwaltung für Statistik: Statistisches Jahrbuch der DDR 1989.

Gedruckte S. 291 (PDF-Seite 342), obere Tabelle „Ausstattung der Haushalte mit langlebigen technischen Konsumgütern“, Block Ausstattungsgrad, Fußnote 1; Spalten 1965 und 1970. Digitalisat: Statistische Bibliothek der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Originaltabelle öffnen (Gesamt-PDF, ca. 150 MB)

Bibliotheksnachweis und Downloadzugang

B1 · Werbeplakat

Liebherr-Kühlschränke.

Bundesrepublik, 1950er-Jahre; genaues Jahr nicht belegt. Urheber laut Katalog: Liebherr Hausgeräte Deutschland GmbH. Stiftung Haus der Geschichte, EB-Nr. 1988/4/269.178. Als Bildzitat zur eigenen historischen Analyse gemäß § 51 UrhG eingebettet; keine freie Lizenz. Individuelle Gestaltung im Katalog nicht benannt. Inhaltlich unverändert, proportional skaliert.

Werbeplakat bei LeMO öffnen
B2 · Pressefotografie

VEB Scharfenstein, Kühlschrankproduktion.

Friedrich Gahlbeck, ADN-Zentralbild, 14.2.1964 laut Originalbeschriftung. Bundesarchiv, Bild 183-C0214-0003-001 / Gahlbeck, Friedrich / CC-BY-SA 3.0. Bild unverändert eingebettet; nur proportional skaliert. Vollständiger Bildnachweis und Lizenz am Foto.

Bilddatei, Metadaten und Lizenz öffnen
M2

MfS: Information über einige Probleme der Versorgung der Bevölkerung.

3. September 1970, K 1/16. BArch, MfS, ZAIG 4991, Bl. 1–16 (4. Expl.). Online-Edition „Die DDR im Blick der Stasi“; Abschnitt zur Versorgung mit Industriewaren.

Bericht in der wissenschaftlichen Edition öffnen

Abruf und Prüfung: 14.9.2026. Zahlen in eigener Auswahl und Gestaltung; die ursprünglichen Tabellen werden nicht als Faksimile wiedergegeben. M2 ist ein kurzer Textbeleg für die Quellenanalyse. Eigene Einordnungen sind als solche gekennzeichnet. Externe Nachweise öffnen erst nach deinem Klick eine andere Seite.

Lizenz und Weiterverwendung

Wohlstand im Alltag © 2026 von Jan Hartwig steht hinsichtlich der eigenen Inhalte unter der Lizenz CC BY 4.0.

Die Lizenz gilt für die eigenen Texte, Aufgaben, Erläuterungen und Darstellungen. Weitergabe und Bearbeitung sind auch kommerziell erlaubt: Jan Hartwig und die Quelle nennen, die Lizenz verlinken und Änderungen kennzeichnen.

Ausgenommen: historische Originalquellen, Fremdinhalte, Logos und Marken. B1 (Liebherr-Plakat) ist ein Bildzitat ohne freie Lizenz; seine Weiterverwendung benötigt eine eigene Rechtsgrundlage. B2 (Bundesarchiv-Foto) bleibt unter CC BY-SA 3.0 DE. M2 (MfS-Originalwortlaut) und die verlinkten Originalpublikationen werden nicht mitlizenziert. Die jeweiligen Quellennachweise gelten weiterhin.