Argumentfilm – Hinweise für den Kurs
Lernziel und Verwendung
Lernende rekonstruieren ein inkompatibilistisches Alternativenargument und formulieren einen kompatibilistischen Einwand am Freiheitskriterium. Der Film ist ein begrenzter Input für die Kompetenz, Positionen zu Freiheit zu erarbeiten und hinsichtlich Willensfreiheit, Moralität und Verantwortung zu erörtern. Er allein deckt das Erörtern von Moralität und Verantwortung nicht vollständig ab.
Bei der ersten Sichtung Denkpausen eingeschaltet lassen. In Partnerarbeit P1 oder P2 wählen und begründen, bevor die nächste Szene erklärt, wo der Einwand ansetzt. Die abschließende Begründung zu Lea schriftlich oder mündlich austauschen. Projektion blendet die Begleitaufgaben aus; Escape beendet diesen Modus. Im Vollbild bleibt die eigene Untertitelzeile sichtbar. Untertitel stehen auch separat als VTT/SRT zur Verfügung.
Erwartung und Grenzen
P1 fordert eine alternative Entscheidung bei identischer vollständiger Vergangenheit und identischen Gesetzen. P2 schließt diese Alternative unter Determinismus aus. Zusammen folgt die Unvereinbarkeit nach diesem Kriterium. P1 ist eine umstrittene Voraussetzung. Ein kompatibilistischer Einwand kann Freiheit über eigene Gründe und fehlenden Zwang statt über diese offene Alternative bestimmen. Dies ist ein Argument, nicht die Gesamtheit inkompatibilistischer Argumente.
Leas Fall: Eigenes begründetes und ungezwungenes Handeln kann ein kompatibilistisches Kriterium stützen. Es zeigt noch keine alternative Möglichkeit bei identischen Bedingungen. Eine gute Antwort benennt und vergleicht die Kriterien; die knappe Fallbeschreibung beweist keine Theorie.
Harter Determinismus und libertarische Positionen teilen die Unvereinbarkeitsthese, unterscheiden sich aber darin, ob sie Determinismus beziehungsweise Willensfreiheit bejahen. Zufall allein liefert keine Kontrolle; libertarische Theorien sind damit nicht als bloßer Zufall definiert. Gründe und Überlegungen können auch unter Determinismus Ursachen sein. Naturalismus ist nicht mit Determinismus gleichzusetzen.
Sichtbare Nachrichtenobjekte und Verbindungen modellieren Annahmen und Handlungsverläufe. Die Person wird nicht als bewegte Kugel dargestellt. Die Szene B* verändert Motive und damit die Voraussetzung; A und B haben dagegen einen gemeinsamen identischen Bewegungsparameter. Die vollständige Vergangenheit umfasst mehr als die zur Orientierung genannten Beispiele.
Anschluss
Welche Freiheitsbedingung ist für moralische Verantwortung nötig? Kann ein Mensch verantwortlich sein, wenn er aus eigenen Gründen handelt, obwohl seine Entscheidung Ursachen hat? Diese Fragen eröffnen Video 2 und 3.
Quellen
Bildungsplan BW: https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/BP2016BW_ALLG_GYM_ETH_IK_11-12-BF_01_01
SEP, Compatibilism: https://plato.stanford.edu/entries/compatibilism/
Die Qualitätssicherung prüft fachliche Kriterien, Bildzustände, Audio, vollständigen Export und Wiedergabefunktionen. Ein Lernzuwachs wurde nicht empirisch gemessen. Reale Beamerlesbarkeit im jeweiligen Raum bleibt im Kurs zu prüfen.