Ethik Kursstufe · Modul 02

Moralphilosophie-Reichweitenprüfung

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Schritt 1 · Anschluss

Von der Anwendung zur Reichweite

In Modul 01 hast du eine Moralphilosophie auf den Voice-Clip-Fall angewendet. Jetzt prüfst du, was die drei Theorien sichtbar machen, wo ihre Anwendung unsicher bleibt und wo eine Grenze der Theorie selbst liegt.

Dein Zielprodukt

Ein begründetes Vergleichsurteil: keine Rangliste, sondern eine Bewertung mit Vergleichsachse, Fall- oder Problembezug, Möglichkeiten und Grenzen.

Einsatzmodus wählen

Alle Modi bearbeiten denselben fachlichen Kern. Sie unterscheiden sich nur in Zeit, Umfang und Sozialform.

Zum Beispiel Kurskürzel oder Vorname. Keine sensiblen personenbezogenen Angaben.
Leitfall „Voice-Clip im Kurschat“ kurz erinnern
Im Kurschat taucht ein manipulierter oder synthetisch erzeugter Voice-Clip von Noa auf. Alex bemerkt die mögliche Fälschung, kennt Urheberschaft und Reichweite aber nicht sicher. Eine Reaktion kann schützen, zugleich jedoch den Clip weiterverbreiten, Noa zusätzlich bloßstellen oder den Konflikt eskalieren. Modul 02 prüft nicht erneut die beste Handlung, sondern die Reichweite der drei Theorien an diesem Fall.

Ausgangsmaterial aus Modul 01

Der Standard für den Kurseinsatz ist das Kursset: Drei Arbeitsgruppen liefern je ein theoriegebundenes Produkt, das anschließend allen zur Verfügung steht.

Quelle der drei Transfertexte
Fallback aktiv: Diese Karten ersetzen keine eigenen Gutachten. Sie helfen nur, Modul 02 ohne vollständige Produkte aus Modul 01 zu erproben.
Was empfiehlt das Gutachten, womit begründet es, was blieb unsicher?
Was empfiehlt das Gutachten, womit begründet es, was blieb unsicher?
Was empfiehlt das Gutachten, womit begründet es, was blieb unsicher?

Datenschutz und Speicherung

Deine Eingaben bleiben auf diesem Gerät im Browser gespeichert. Es gibt keinen Upload und keine Anmeldung. An einem gemeinsam genutzten Gerät solltest du deinen Arbeitsstand nach dem Drucken oder Kopieren löschen.

Schritt 2 · Befundebenen

Schwierigkeit ist nicht automatisch Grenze

Trenne drei Ebenen. Diese Unterscheidung entscheidet darüber, ob dein späteres Urteil fachlich trägt.

Anwendungserfolg

Die Theorie hilft, einen Fallaspekt zu klären.

Anwendungsunsicherheit

Informationen fehlen oder eine Zuordnung bleibt schwierig.

Theoriegrenze

Eine Schwierigkeit hängt mit Grundannahmen oder Prüfweisen der Theorie zusammen.

Trenne Unsicherheit und Theoriegrenze

Anwendungserfolg als Orientierung: Die Pflichtethik macht sichtbar, dass Noa nicht bloß als Mittel benutzt werden darf. Formuliere nun zu einer Theorie zwei deutlich verschiedene Befunde.

Beispiel: Unklar bleibt, wer den Clip erstellt hat und welche Maxime genau geprüft werden muss.
Beziehe die Schwierigkeit auf die Theorie selbst – nicht nur auf fehlende Informationen oder deine Bearbeitung.

Schritt 3 · Theorie-Stresstests

Was leistet jede Theorie – und wo wird sie eng?

Prüfe jede Theorie aus ihren eigenen Voraussetzungen heraus. Verbinde die Stärke direkt mit einem Beleg; trenne anschließend Anwendungsunsicherheit und Theoriegrenze.

Tugendethik · Haltung und gelingendes Leben

Menschenbild · Phronesis · Mesotes · Lebensformen

Profil begonnen
  • Welche Haltung macht die Theorie am Fall besonders sichtbar?
  • Wo hilft praktische Klugheit, eine situationsangemessene Handlung zu finden?
  • Wo bleibt die Mesoteslehre unbestimmt – ohne sie als rechnerische Mitte misszuverstehen?
  • Welche Vorstellung guter Kursgemeinschaft wird vorausgesetzt?
Fachliche Orientierung öffnen
Phronesis bezeichnet praktische Klugheit. Mesotes meint keine mathematische Mitte, sondern eine situationsangemessene Haltung zwischen Fehlformen. Eine mögliche Grenze entsteht, wenn mehrere Tugenden konkurrieren und keine eindeutige Entscheidungsregel vorliegt.
Mini-Stresstest: konkurrierende TugendenAlex kann zugleich mutig eingreifen, besonnen deeskalieren und loyal zur Gruppe handeln wollen. Prüfe, ob praktische Klugheit den Vorrang hinreichend bestimmt.
Was macht die Tugendethik sichtbar? Belege am Fall oder Transfertext.

Utilitarismus · Folgen und alle Betroffenen

Folgenabschätzung · Unparteilichkeit · Gerechtigkeit · Wertmonismus

Profil begonnen
  • Welche kurz- und langfristigen Folgen sowie Betroffenen werden sichtbar?
  • Wo bleiben Folgen oder Wahrscheinlichkeiten unsicher?
  • Kann ein hoher Gesamtnutzen eine ungerechte Verteilung von Schaden verdecken?
  • Werden Würde, Wahrheit oder Vertrauen zu eng in Nutzen- und Schadenssprache übersetzt?
Fachliche Orientierung öffnen
Der Utilitarismus verlangt unparteiische Folgenabwägung, nicht bloß Mehrheitsentscheidungen. Wertmonismus bezeichnet hier die mögliche Verengung moralischer Bewertung auf einen leitenden Wert wie Nutzen, Glück oder Präferenzerfüllung. Vermeide scheinpräzise Punktrechnungen.
Mini-Stresstest: großer Nutzen, schwerer EinzelschadenAngenommen, eine öffentliche Aufklärung schützt viele, belastet Noa aber nochmals erheblich. Prüfe, ob Gesamtnutzen und gerechte Schadensverteilung auseinanderfallen.
Was macht der Utilitarismus sichtbar? Belege am Fall oder Transfertext.

Pflichtethik · Maxime, Autonomie und Würde

Menschenbild · guter Wille · Pflicht · Folgen · Gefühle

Profil begonnen
  • Welche Maxime, Pflicht oder Form der Instrumentalisierung wird sichtbar?
  • Welche Rolle spielen Vernunft, Freiheit, Autonomie und Würde?
  • Wie werden Folgen berücksichtigt, ohne die moralische Gültigkeit über Folgen zu begründen?
  • Wo bleiben Mitgefühl, Beziehung und konkrete Nachsorge unterbelichtet?
Fachliche Orientierung öffnen
Für Kant begründen Folgen nicht die moralische Gültigkeit einer Maxime. Absehbare Folgen können dennoch für die konkrete Ausführung und Nachsorge relevant sein. Zentral bleibt, Personen niemals bloß als Mittel zu behandeln.
Mini-Stresstest: Pflicht und konkrete NachsorgeAngenommen, eine wahrhaftige Meldung ist geboten, verschärft aber vorhersehbar Noas Scham und den Gruppenkonflikt. Prüfe, was die Theorie zur Ausführung und Beziehungspflege beiträgt.
Was macht die Pflichtethik sichtbar? Belege am Fall oder Transfertext.

Schritt 4 · Vergleichsachsen

Vergleiche mit einer Frage – nicht mit einer Rangliste

Wähle zwei bis vier Achsen und formuliere zu mindestens zwei davon einen direkten Vergleich. Erst dadurch wird aus einer Achsenwahl eine philosophische Vergleichsleistung.

Vergleichsachsen auswählen

Als Frage formulieren, zum Beispiel: Welche Theorie schützt Einzelne am stärksten gegen Gruppendruck?

Deine gewählten Achsen

Bearbeite mindestens zwei gewählte Achsen. Vergleiche jeweils mindestens zwei Theorien und nenne einen relevanten Unterschied.

Theorieprofile im Überblick

Diese Übersicht ist Material für deinen Vergleich; sie ist noch nicht selbst der Vergleich.

BefundTugendethikUtilitarismusPflichtethik

Schritt 5 · Vergleichsurteil

Formuliere ein differenziertes Urteil

Nutze mindestens eine Vergleichsachse, vergleiche mindestens zwei Theorien und begründe eine Möglichkeit sowie eine Grenze am Fall oder Problemtyp.

Satzstarter bei Bedarf

0 Wörter

Typische Fehlspuren

RanglistenfehlerEine Theorie wird ohne Kriterium zur besten erklärt.
WiederholungsfehlerDie Anwendung aus Modul 01 wird nur nacherzählt.
GrenzeninflationJede Unsicherheit gilt vorschnell als Theoriegrenze.
GleichgültigkeitsvergleichAlle Theorien gelten als irgendwie richtig, Unterschiede werden nicht bewertet.
Selbstcheck

0 von 7 Kriterien geprüft.

Nenne mindestens eine inhaltliche Revision, zum Beispiel eine präzisere Achse, einen stärkeren Beleg oder eine sauberer begründete Grenze.

Schritt 6 · Sicherung

Sichern, kopieren, weiterarbeiten

Dein Export bündelt Ausgangsmaterial, Theorieprofile, Achsen und Urteil. Du kannst ihn in ein Portfolio, Heft oder LearningView übernehmen.

Transfertext

Die Vorschau aktualisiert sich automatisch aus deinen Eingaben.

Lokale Daten verwalten

„Arbeitsstand zurücksetzen“ leert deine Inhalte, behält aber den Namen des Arbeitsstands. „Alle lokalen Daten löschen“ entfernt den gesamten gespeicherten Datensatz dieser Lernumgebung.

Anschluss sichernDrei Ausgangstexte oder Beispielkarten bereitstellen.
Lehrkraftbereich

Durchführung und Diagnose

Funktion im Moralphilosophie-Strang

Modul 02 setzt Theoriegrundlagen und eine Anwendung aus Modul 01 voraus. Es verschiebt die Lernhandlung auf die Metaebene: Anwendungserfolg, Anwendungsunsicherheit und Theoriegrenze unterscheiden, Reichweite prüfen, Vergleichsachsen bilden und urteilen.

Bildungsplananker Basisfach 11/12

Flexible Einsatzmodi

Standardisierte Kursbrücke aus Modul 01

Für breit einsetzbaren Unterricht wird kein individuelles Vorprodukt aller drei Theorien vorausgesetzt. Im empfohlenen Kursset liefert je eine Expertengruppe ein geprüftes Transferprodukt zu Tugendethik, Utilitarismus und Pflichtethik. Die Lehrkraft oder der Kurs stellt diese drei Texte allen zur Verfügung. Eigene Komplettprodukte und Beispielkarten bleiben alternative Zugänge.

90-Minuten-Kursmodus

ZeitPhaseProdukt
0–8Transfertexte oder Beispielkarten bereitstellenAusgangsmaterial
8–18Unsicherheit und Theoriegrenze unterscheidenZwei kontrastierte Befunde
18–43Theorie-StresstestsDrei Theorieprofile
43–58Vergleichsachsen ausformulierenMindestens zwei direkte Vergleiche
58–75Individuelles Urteil schreibenUrteilstext
75–85Selbstcheck und RevisionÜberarbeitete Fassung
85–90Kopieren oder druckenTransfer/Portfolio

Sozialform und Fallback

Der erste Befund entsteht einzeln. Die Stresstests können arbeitsteilig in drei Gruppen vorbereitet werden; jede Gruppe braucht eine belegte Stärke, eine Anwendungsunsicherheit und eine Theoriegrenze als Minimalprodukt. Sinnvolle Verantwortlichkeiten sind Gesprächsführung, Fallbeleg, Grenzprüfung und Ergebnissicherung; bei kleinen Gruppen werden Rollen verbunden. Nach etwa acht Minuten empfiehlt sich eine Zwischenkontrolle. Anschließend erklärt jede Gruppe ihr Profil so, dass alle Lernenden die drei Befunde in die Vergleichsphase übernehmen können. Achsenvergleiche und Vergleichsurteil bleiben individuelle Produkte. Fehlen Modul-01-Produkte, stehen ausdrücklich vorläufige Beispielkarten bereit.

Diagnosehinweise

Kurzes Beurteilungsraster für Lernprodukte

KriteriumNoch nicht tragfähigTragfähigStark
TheorietreueBegriffe nur genannt oder verwechseltPrüfweise der Theorie korrekt genutztVoraussetzungen und Reichweite präzise reflektiert
BelegPauschale BehauptungPassender Fall- oder TextbelegBeleg wird erklärt und gegen Einwand abgesichert
GrenzprüfungUnsicherheit als Grenze ausgegebenAnwendungsunsicherheit und Theoriegrenze getrenntGrenze aus Grundannahmen oder Prüfweise hergeleitet
VergleichsurteilAufzählung oder RanglisteMindestens zwei Theorien entlang einer Achse bewertetKriterium, Problemtyp und Grenze differenziert gewichtet

WU-Check

Kognitive Aktivierung: Wechsel von Anwendung zur Metaebene. Unterstützung: Begriffsklärung, Leitfragen, Satzstarter und Selbstcheck ohne Musterurteil. Struktur: Achsen werden erst nach drei Profilen freigeschaltet. Diagnose: Theorieprofile und individuelles Urteil machen Verständnis sichtbar. Digitale Lernfunktion: lokale Produktarbeit, dynamische Gegenüberstellung und robuster Export.

Technik und Datenschutz

Die Datei arbeitet vollständig offline, nutzt keine externen Ressourcen und speichert nur im lokalen Browser. Auf gemeinsam genutzten Geräten müssen Lernende nach dem Export die lokalen Daten löschen. Ausdruck oder Copy-Paste ermöglichen einen analogen beziehungsweise LMS-basierten Anschluss.

Lokal gespeichert.