Funktion im Moralphilosophie-Strang
Modul 02 setzt Theoriegrundlagen und eine Anwendung aus Modul 01 voraus. Es verschiebt die Lernhandlung auf die Metaebene: Anwendungserfolg, Anwendungsunsicherheit und Theoriegrenze unterscheiden, Reichweite prüfen, Vergleichsachsen bilden und urteilen.
Bildungsplananker Basisfach 11/12
- 3.3.3.1 (7): Möglichkeiten und Grenzen der Tugendethik bezogen auf Menschenbild, Mesoteslehre und Lebensformen untersuchen und bewerten.
- 3.3.3.2 (5): Möglichkeiten und Grenzen des Utilitarismus bezogen auf Folgenabschätzung, Gerechtigkeit und Wertmonismus untersuchen und bewerten.
- 3.3.3.3 (6): Möglichkeiten und Grenzen der Pflichtethik bezogen auf Menschenbild, guten Willen, Pflicht, Folgen und Gefühle untersuchen und bewerten.
Flexible Einsatzmodi
- Vollmodus (90 Minuten): kooperative Theorieprofile, mindestens zwei ausformulierte Achsenvergleiche und ausführliches individuelles Urteil.
- Kompaktmodus (45 Minuten): vorzugsweise Kursset oder Beispielkarten, zwei fokussierte Achsenvergleiche und kürzeres individuelles Urteil.
- Selbstlernmodus (60–90 Minuten): vollständiger Lernweg im eigenen Tempo; Sicherung über Export oder Portfolio.
Standardisierte Kursbrücke aus Modul 01
Für breit einsetzbaren Unterricht wird kein individuelles Vorprodukt aller drei Theorien vorausgesetzt. Im empfohlenen Kursset liefert je eine Expertengruppe ein geprüftes Transferprodukt zu Tugendethik, Utilitarismus und Pflichtethik. Die Lehrkraft oder der Kurs stellt diese drei Texte allen zur Verfügung. Eigene Komplettprodukte und Beispielkarten bleiben alternative Zugänge.
90-Minuten-Kursmodus
| Zeit | Phase | Produkt |
| 0–8 | Transfertexte oder Beispielkarten bereitstellen | Ausgangsmaterial |
| 8–18 | Unsicherheit und Theoriegrenze unterscheiden | Zwei kontrastierte Befunde |
| 18–43 | Theorie-Stresstests | Drei Theorieprofile |
| 43–58 | Vergleichsachsen ausformulieren | Mindestens zwei direkte Vergleiche |
| 58–75 | Individuelles Urteil schreiben | Urteilstext |
| 75–85 | Selbstcheck und Revision | Überarbeitete Fassung |
| 85–90 | Kopieren oder drucken | Transfer/Portfolio |
Sozialform und Fallback
Der erste Befund entsteht einzeln. Die Stresstests können arbeitsteilig in drei Gruppen vorbereitet werden; jede Gruppe braucht eine belegte Stärke, eine Anwendungsunsicherheit und eine Theoriegrenze als Minimalprodukt. Sinnvolle Verantwortlichkeiten sind Gesprächsführung, Fallbeleg, Grenzprüfung und Ergebnissicherung; bei kleinen Gruppen werden Rollen verbunden. Nach etwa acht Minuten empfiehlt sich eine Zwischenkontrolle. Anschließend erklärt jede Gruppe ihr Profil so, dass alle Lernenden die drei Befunde in die Vergleichsphase übernehmen können. Achsenvergleiche und Vergleichsurteil bleiben individuelle Produkte. Fehlen Modul-01-Produkte, stehen ausdrücklich vorläufige Beispielkarten bereit.
Diagnosehinweise
- Unsicherheit wird als Theoriegrenze ausgegeben.
- Mesotes wird als mathematischer Mittelwert verstanden.
- Utilitarismus wird auf Mehrheit oder Punkterechnung verkürzt.
- Bei Kant werden Folgen zur Gültigkeitsbegründung gemacht.
- Das Urteil nennt eine „beste“ Theorie ohne Achse und Problemtyp.
Kurzes Beurteilungsraster für Lernprodukte
| Kriterium | Noch nicht tragfähig | Tragfähig | Stark |
| Theorietreue | Begriffe nur genannt oder verwechselt | Prüfweise der Theorie korrekt genutzt | Voraussetzungen und Reichweite präzise reflektiert |
| Beleg | Pauschale Behauptung | Passender Fall- oder Textbeleg | Beleg wird erklärt und gegen Einwand abgesichert |
| Grenzprüfung | Unsicherheit als Grenze ausgegeben | Anwendungsunsicherheit und Theoriegrenze getrennt | Grenze aus Grundannahmen oder Prüfweise hergeleitet |
| Vergleichsurteil | Aufzählung oder Rangliste | Mindestens zwei Theorien entlang einer Achse bewertet | Kriterium, Problemtyp und Grenze differenziert gewichtet |
WU-Check
Kognitive Aktivierung: Wechsel von Anwendung zur Metaebene. Unterstützung: Begriffsklärung, Leitfragen, Satzstarter und Selbstcheck ohne Musterurteil. Struktur: Achsen werden erst nach drei Profilen freigeschaltet. Diagnose: Theorieprofile und individuelles Urteil machen Verständnis sichtbar. Digitale Lernfunktion: lokale Produktarbeit, dynamische Gegenüberstellung und robuster Export.
Technik und Datenschutz
Die Datei arbeitet vollständig offline, nutzt keine externen Ressourcen und speichert nur im lokalen Browser. Auf gemeinsam genutzten Geräten müssen Lernende nach dem Export die lokalen Daten löschen. Ausdruck oder Copy-Paste ermöglichen einen analogen beziehungsweise LMS-basierten Anschluss.